18. Juni 2018

Trendsport: Basketball boomt

Trendsport: Basketball boomt

Der TVI hat die Spielerzahl im Jugendbereich fast verdoppelt.

Beim TV Ibbenbüren zum Beispiel boomt es im Nachwuchsbereich gewaltig. Dort hat sich die Zahl der Jugendspieler in den vergangenen Jahren fast verdoppelt. „Vor vier Jahren hatten wir vier Teams im Spielbetrieb“, sagt Abteilungsleiter Daniel Brüggemann. Die U12, U14, U16 und U18, alles in allem um die 50 Spieler. Hinzu kam die U10 außerhalb des Spielbetriebs mit sieben Spielern. „Also insgesamt etwa 60 Spieler in der Jugend“, so Brüggemann. 

In der kommenden Saison sind es sieben Mannschaften im Spielbetrieb, von der U10 bis zur U18. Bei der U14 sogar gleich zwei Mannschaften. Allein das sind um die 90 Spieler. Hinzu kommen außerhalb des Spielbetriebs eine U8 und eine U14 weiblich – auch das sind nochmal um die 20 Spieler. Nicht schlecht.

Woran das liegt? Die Popularität der NBA? Die Erfolge im eigenen Verein? Oder gar die Basketballbundesliga? „Ich glaube, dass die NBA für die Kids, die mit acht oder neun Jahren zu uns kommen, völlig unerheblich ist“, sagt Brüggemann. Er sieht die Initialzündung in einer Aktion des Vereins selbst: im Christmas-Balling 2015. „Da waren auf einmal 40 Kinder in der Halle, die noch nie zuvor etwas mit Basketball zu tun hatten“, sagt Brüggemann. Einige kamen nicht wieder, einige aber blieben. Und dann noch die Mund-zu-Mund-Propaganda. In der Schule. Im Kindergarten. In der Nachbarschaft. „Manche Kindergärten sind bei uns stärker vertreten als andere“, so Brüggemann. 

Zudem gehe der TVI auch in Kindergärten und Grundschulen der Stadt, um den Sport voranzubringen. „In zwei Schulen haben wir eine AG im OGS-Bereich, das wird dann von unseren Profispielern gemacht.“ Die und ihre Mitspieler, davon ist Brüggemann überzeugt, haben auch ihren Anteil am Boom im Jugendbereich.

Woher der Reiz?

Denn seit die 1. Mannschaft so erfolgreich spielt, ist die Halle voll. „Wenn ich mir angucke, wie viele Kinder und Familien da rumrennen, da fühle ich mich um 35 Jahre zurückversetzt. Da haben meine Eltern mich mit zu Zweitligaspielen der Herren genommen.“ Die Spiele der Herren seien attraktiv geworden. „Da geht keiner raus und sagt, ‚Das war langweilig‘.“ Und dann kämen die Kinder wieder. Zum Jugendtraining.

Und in der Jugend, so sieht es Brüggemann, seien durchaus Spieler mit Potenzial für den Herrenbereich. „Ein Erfolg ist es“, das betont Brüggemann, „wenn wir diese Jugendlichen an den Verein binden.“ Und das müsse ja nicht zwingend über einen Platz in der Regionalliga erfolgen.

„Ich habe für uns den Anspruch, dass wir Breiten- und Leistungssport anbieten.“ Sich nur auf eines von beiden zu kaprizieren, sei zu kurz gedacht. Man wolle auch, dass die Spieler bleiben, die, so formuliert es Brüggemann schmunzelnd, „nicht gerade zwei goldene Hände haben“, beim TVI blieben. Beispielsweise als Trainer. Oder am Anschreibetisch bei Heimspielen. Oder, oder, oder. Arbeit genug für Ehrenamtliche gebe es beim TV Ibbenbüren.

Aber warum ist es für Jugendliche heute reizvoller Basketball zu spielen als früher? Für Brüggemann ist das klar. „Wenn ich mir jeden Samstagabend angucken kann, was mal passieren kann, dann entwickle ich eine Ambition.“ Die Dominanz des Fußballs bleibe aber dennoch bestehen. Über Spaß und das Ankommen im Sport will er die Kinder binden. „Wir haben die Verpflichtung, den Kindern Sport ohne Leistungsdruck zu vermitteln.“ Dann komme vieles andere von ganz allein.


Quelle: IVZ

Icon Instagram
Icon Facebook