5. Februar 2019

Die "Hölle Ost" bebte beim TVI Heimsieg

Die "Hölle Ost" bebte beim TVI Heimsieg

Regionalligist schlägt den Spitzenreiter Art Giant Düsseldorf

Spätestens das letzte Viertel hat alle der knapp 1000 Zuschauer von den Sitzen gerissen. Die TVI-Basketballer schaffen es tatsächlich. Sie besiegen sensationell den bis dato ungeschlagenen Regionalliga-Spitzenreiter ART Giants Düsseldorf mit 92:90.

Als 40 Sekunden vor Schluss Omar Zemhoute den vorentscheidenden Dreier versenkt, fliegt wahrscheinlich ganz kurz das Dach auf der Halle Ost hoch. Die Fans machen unglaublichen Lärm. Die letzte Minute, sie ist die blanke Ekstase. Das irgendwie nochmal zu toppen – es ist kurz nach dem Spiel sehr schwer vorstellbar. Sie haben es gepackt, die TVI-Basketballer. Sie haben es echt gepackt. Heimsieg gegen den bis dato ungeschlagenen Regionalliga-Tabellenführer. 92:90 siegt der TVI am Samstag gegen die ART Giants Düsseldorf.

„Ich heb‘ ab, nichts hält mich am Boden“, schallt es unmittelbar vor jedem Spiel durch die Lautsprecher in der Halle Ost. Der TVI hob an diesem Abend wahrhaftig ab. „Heute hat es das erhoffte Highlight gegeben. Das Spiel hatte wirklich viele Highlights und Drama. Sehr starke Teamleistung. Und unsere Fans waren heute sehr, sehr laut und stark. Das war der Extra-Push“, freute sich TVI-Manager Tobias Hülsmeier. Coach Christian Beuing musste sich erst einmal sammeln, die Emotionen für die Analyse zumindest ein bisschen zur Seite schieben. Dann sagte er: „Wir wussten nach dem Hinspiel und nach unseren letzten Spielen, dass wir Düsseldorf schlagen können. Wir haben die ganze Woche davon gesprochen, dass wir sie schlagen wollen. Heute hat wirklich vieles gepasst. Dadurch ist es so ein sensationelles Ding geworden.“

Es hat vieles gepasst, und zwar von Minute eins an: Viertel eins war geprägt von unheimlicher Konzentration aufseiten des TVI, einer starken Verteidigung, die Düsseldorf ein ums andere Mal gar nicht zum Wurf kommen lässt. 25:21 nach zehn Minuten. Viertel zwei lief ähnlich weiter, offensiv etwas verhaltener, aber immer noch angeführt von einem herausragenden Denzel Johnson. Er wollte die Verantwortung tragen, erzielte in Hälfte eins 22 der 44 TVI-Punkte. 44:41 führte Ibbenbüren zur Pause.

Nach dem Seitentausch begann eine ganz knifflige Phase für den TVI, da sich Düsseldorf – natürlich – nun neu justiert hatte und vor allem versuchte, Johnson rauszunehmen. Die Führung wechselte prompt, die Beuing-Fünf musste kämpfen, um den Rhythmus nicht komplett zu verlieren. Und sie kämpfte, je länger das Spiel dauerte desto bravouröser. Mit 66:69 lag der TVI nach drei Vierteln hinten. „Nur“, denn Johnson traf noch per Buzzerbeater.

Dann kam Viertel Nummer vier, das am Ende keinen einzigen Zuschauer mehr auf den Sitzen hielt. 71:71, der TVI war wieder voll im Rennen. Beim 75:75 erlaubte das Heimteam dem Gast einen 8:0-Lauf, in dem Jonathan Mesghna mit zwei Dreiern scheinbar die Vorentscheidung herbeiführte.

Scheinbar. Denn Ibbenbüren arbeitete sich ran, Düsseldorf fühlte sich vielleicht schon zu sicher und machte die Rechnung offenbar leichtsinnig ohne die Halle Ost. Wie ein Mann standen die Fans hinter ihrem Team und schrien Zemhoutes Dreier 40 Sekunden vor Schluss förmlich rein. 89:87, beim folgenden Offensivfoul von Düsseldorf und Freiwürfen für Daniel Boahene war der Sieg eingetütet. „Lob an alle Jungs. Das war heute ein Team und davon haben wir gesprochen: Wir gewinnen nicht als Individualisten, sondern wir können nur als Team gewinnen. Das haben wir gezeigt“, sagt Coach Christian Beuing.

TV Ibbenbüren: Johnson (30 Punkte/11 Rebounds), Zemhoute (17), Fumey (16), Tahraoui (12), Boahene (7), Steffen (5), Treichel (4), Avermann (1), Fischer, Dolkemeyer.

Quelle: IVZ