1. Februar 2019

Die Basketballer des TVI im offenen Ganztag

Die Basketballer des TVI im offenen Ganztag

Die Initiative des TV Ibbenbüren, an den Offenen Ganztagsschule eine regelmäßige Basketball-AG anzubieten, fand dort sofort Gehör. Jetzt können Schüler mit echten Basketball-Profis trainieren.

Wann ist Pädagogik eine gute Pädagogik? Erster Aufschlag: wenn Kinder etwas Wichtiges lernen. Auf diese Basis können sich wahrscheinlich alle schnell einigen. Zweiter Versuch: wenn Kinder dabei eine persönliche Bereicherung erfahren, die sie reifer macht. Auch hier dürfte der Konsens schnell machbar sein. Aber etwas fehlt noch, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Ibbenbüren. Die Worte für einen dritten Anlauf findet man schnell, wenn man in diesen Wochen den Offenen Ganztagsschülern der Michael-, der Mauritius-, der Johannes-Bosco- sowie der Barbaraschule bei dem zuschaut, was sie seit dem vergangenen Spätsommer und noch bis zu den Osterferien regelmäßig machen – und was sie ganz offenkundig in vollen Zügen genießen: Basketball spielen. Mit echten Profis, Spielern aus der ersten Mannschaft des TV Ibbenbüren.

Wenn Jamal Tahraoui und Jeremy Lewis beziehungsweise Daniel Boahene sowie Denzel Johnson (Lewis hat vor einigen Wochen den TVI verlassen) nachmittags in den Sporthallen der vier Ibbenbürener Grundschulen auftauchen und die OGS-Basketball-AGs zusammentrommeln, knistert es vor Spannung. Dann werden die Augen der Kinder größer. Für die Kinder sind die Basketball-Profis Kumpels, Vorbilder und Stars in einer Person. Die Energie, die das bei den Kindern hervorruft, ist geradezu mit Händen greifbar.

Sport genießt in den Offenen Ganztagsschulen Ibbenbürens seit jeher hohen Stellenwert. Bewegungsarmut vorbeugen, Freude an der Bewegung fördern – hierauf zielt das Angebot für Jungen und Mädchen ab. Die Initiative des TVI, an den OGS eine regelmäßige Basketball-AG anzubieten, fand dort sofort Gehör: „Das war für uns mal etwas ganz Anderes“, blickt Barbara Wehmeyer, OGS-Leiterin an der Mauritiusschule, auf die Anfänge der sportiven Kooperation zurück. „Und dann auch noch mit Mitgliedern der ersten Mannschaft. Die spielen ja in der höchsten Amateurklasse, haben Profis im Kader…“, gerät sie ins Schwärmen.

Vorteile sieht sie darüber hinaus im explizit männlichen Trainerformat. Die OGS-Betreuung sei, zugegeben, frauenlastig. „Es tut den Kindern gut, auch mal mit Männern zu tun zu haben.“ Für Barbara Wehmeyer und ihre Kolleginnen war in den Vorüberlegungen schnell klar: Ein Zusammenspiel mit Profi-Basketballern würde einen Motivationsschub bei ihren Schützlingen bewirken. Sie und ihre OGS-Leiterkolleginnen Astrid Beiermann (Michaelschule), Petra Liedmeyer (Barbaraschule) und Anne Breulmann (Johannes-Bosco-Schule) lagen richtig. Die Kooperation mit dem Verein ist ein Erfolg.

In Bewegung sein, das Miteinander in den Mannschaften der AGs mit jeweils um die zehn Spieler, dabei kommen mehrere für die Entwicklung von Kindern wichtige Aspekte zum Tragen. Neben dem Sportlichen und Sozialen auch die Kommunikation. Denn: Die Kinder sprechen deutsch, Jamal Tahraoui und Denzel Johnson aber hauptsächlich Englisch.

Ein Problem? Nein. Eine positive Herausforderung? Ja. „Man muss nicht jedes Wort verstehen, das gesagt wird. Körpersprache zählt“, macht Astrid Beiermann deutlich. Vielmehr lernen die Kinder dabei auch, auf Körperhaltung, Blicke und weitere nonverbale Signale ihrer Trainer zu achten.

„Im Grunde ist die vorhandene Sprachbarriere tatsächlich eine wichtige Sache“, erläutert Jamal Tahraoui. „Denn die Persönlichkeiten der Kinder sind in unseren Stunden und unserer Art der Kommunikation komplett andere als außerhalb der Basketball-AG.“

Die Profis genießen es ihrerseits, in die Basketballstunden eigenes Sportwissen einzubringen und für die Ibbenbürener Grundschüler fruchtbar machen zu können. „Die motivationale Ebene bei den beiden ist stark“, weiß auch Daniel Brüggemann, Basketball-Abteilungsleiter beim TVI. Er gab den Anstoß für die Zusammenarbeit mit der OGS. „Wir hatten im Vorfeld bereits entsprechend gute Erfahrungen in der Kooperation mit der Gesamtschule Ibbenbüren.“


Quelle: IVZ